Aktuell

Ausstellungsprojekt im Palais Lumière von Evian

vom 27. Februar bis 30. Mai 2021

 

Vom 27. Februar 2021 bis 30. Mai 2021 findet die Ausstellung «La montagne fertile: Giacometti, Segantini, Amiet, Hodler et leur heritage» im Palais Lumière in Evian, Frankreich, statt. Zur Zeit ist die Ausstellung infolge der Corona-Schutzmassnahmen nicht öffentlich zugänglich. Wir werden eine hoffentlich baldige Öffnung an dieser Stelle kommunizieren.

 

Der Kanton Graubünden, mitten im Alpenraum, ist seit langer Zeit eine Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler. Die Ausstellung schildert die fruchtbare Wiedergabe der Berglandschaften am Anfang des 20. Jahrhunderts durch die unterschiedlichen Blicke einer Künstlergruppe. Sie gliedert sich besonders um die einheitsstiftende Figur von Giovanni Giacometti und entwickelt sich in vielfältigen Verzweigungen, stellt den persönlichen, künstlerischen und freundschaftlichen gegenseitigen Einfluss zwischen Giacometti und Giovanni Segantini dar, aber auch den mit seinen gegenwärtigen Freunden Cuno Amiet und Ferdinand Hodler, deren Entdeckung dieser Landschaften auch ein wichtiger Faktor der stilistischen Entwicklung und der schöpferischen Emanzipation war. Giacometti, Amiet und Hodler werden somit die Vertreter des Wiederauflebens der Schweizer Malerei am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Cuno Amiet, Bildnis Ferdinand Hodler vor seinem Marignano-Bild, 1898
Cuno Amiet, Bildnis Ferdinand Hodler vor seinem Marignano-Bild, 1898

Die Ausstellung wird auch die Verknüpfungen mit anderen gegenwärtigen Künstlern, die

um diese vier Hauptfiguren kreisen, zeigen, insbesondere dem Bildhauer Alberto Giacometti,

erster Sohn von Giovanni, und dem Fotografen Andrea Garbald, dem Zeugen dieser künstlerischen Wertschöpfung im Herzen der Alpen, und weiteren künstlerischen Nachfolgern wie Albert Steiner oder Florio Puenter. Ein wesentlicher Teil der Werke die in Evian gezeigt werden, ist nur dank wichtiger Leihgaben aus Schweizer Museen und Stiftungen möglich.

 

Das Palais Lumière hat zwei Kurzfilme zur Ausstellung veröffentlicht. Der Teaser-Film zur Ausstellung gibt einen Einblick in den Aufbau der Ausstellung und das Interview mit dem Kurator Corsin Vogel enthält weitere spannende Details.

Weitere Informationen über «La montagne fertile: Giacometti, Segantini, Amiet, Hodler et leur heritage» finden Sie auf der Webseite des Museums.


Das Osterfest

Kreuzigung und Auferstehung Jesus Christus

 

Das Thema Kreuzigung beschäftigte Cuno Amiet immer wieder, in gewissen Jahren mit besonderer Intensität. Im Jahre 1907 entstand die erste kleine, leider nur in schwarz-weiss

überlieferte Kreuzigungsszene. Sie enthält die Akteure der Darstellung bereits in einer kompositionellen Anordnung, die Amiet in vielen späteren Fassungen wieder aufnahm.

Unter dem Gekreuzigten die trauernden Frauen, die Mutter Christi und Maria Magdalena sowie der Jünger Johannes.

 

In den Jahren 1907 bis 1960 entstanden zahlreiche kleine und grössere Gemälde. Auch eine namhafte Sammlung an Skizzen ist im Nachlass heute noch vorhanden. 1931 schuf Cuno Amiet für die Kirche in Seeberg die zwei Fresken "Die Kreuzigung" und "Die Wiederauferstehung".

 

Die Fondation Cuno Amiet wünscht Ihnen eine besinnliche Osterzeit.


Tod von Anna Amiet – Amiets Muse und grosse Liebe

 

Am 28. Februar 1953 verstarb Anna Amiet, (79-jährig) die grosse Liebe von Cuno Amiet. Sie durften 55 Jahre lang ein erfülltes Leben miteinander teilen. Ein letztes Mal porträtierte er sein geliebtes «Aenneli» wie er sie immer liebevolle nannte, am 14. Februar in seinem Atelier auf der Oschwand in ihrem Lieblingssessel. Er schrieb dazu in seine Agenda:

An diesem Tag – Nachmittag, hat mir Aenneli zum allerletzten Mal Modell gesessen: «Lesendes Aenni». Ich habe sie gefragt: was hast Du gelesen? Sie sagte: ich weiss es nicht und wankte durch das Atelier hinaus. An diesem Tag war mein liebes Aenneli zum letzten Mal im Atelier und überhaupt ausser Bett.

 

Am 3. März 1953 wurde Anna Amiet, unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung von der Oschwand sowie vielen auswärtigen Gästen, auf dem Friedhof Oschwand beigesetzt. Amiet notierte später in seiner Agenda:

 

Lehrer Müller hat eine prächtige Rede gehalten, die Schüler haben gesungen. (........) Die Schüler haben Kränze und Blumen getragen und haben den ganzen Weg entlang gestanden zu beiden Seiten des Trauerzuges.

 

Der Verlust seines geliebten Aenneli war ein herber Schlag für den 85-jährigen Amiet.

Stets war seine Frau an seiner Seite und die gute Seele des Hauses. Zeitlebens unterstützte sie Cuno Amiet in allen Belangen. Zum ganzen Lebenswerk des Malers hat Anna Amiet beigetragen. Ihr nie versagender Glaube an die Mission und das Können ihres Gatten, ihre eigene Schönheit, ihr Sinn für Blumen und Farben, ihre Gastfreundschaft, ihr bezauberndes Wesen waren ein immerwährender Anreiz zu neuem Schaffen. Sie war gleichsam das Urgewicht, mit dem Cuno zu neuen und immer grösseren Werken angeregt und ermuntert worden ist. Auf eine liebenswürdige Weise konnte sie unliebsame Gwunderer und Gäste aufhalten, damit ihr Cuno nicht an der Arbeit gestört worden ist. Sie schaffte jeden Stein aus dem Wege – nur so konnte Cuno sich ganz seinem Werk widmen. Cuno war der Künstler der Formen und Farben, sie aber war eine Lebenskünstlerin. In unzähligen Bildern, in jeder Altersstufe, wurde ihr feines Profil, wurden ihre frohen Augen und ihre aus dem Herzen leuchtende Güte festgehalten. In den langen gemeinsamen Jahren entstanden an die 150 Porträts von Anna. Nach dem Tod von Anna verging kein Tag an dem Cuno nicht an sein geliebtes «Aenneli» dachte. Tägliche Einträge in seine Agenda zeugen davon. Am 16. Juni 1898 heiratete Cuno Amiet Anna Luder. Sie war zu diesem Zeitpunkt 24 und Cuno Amiet 30 Jahre alt.

 Anna Amiet-Luder, Öl/Holz, 1898
Anna Amiet-Luder, Öl/Holz, 1898

In diesem zeitlichen Umfeld malte er dieses kleine Bildnis (18x21,5) seiner jungen Gattin. Am 30. November schrieb er folgendes in seine Agenda:

 

«Mis Schätzeli, han i di verlore! D’Lüt säget mer, du siegch jo do im Geist. Oh je i chas nit glaube Du bisch verlore für mi. Aber i dänke immer a di! Mis Liebe, Liebe, i dänke au immer no a di! Hüt isch dr letzte Monet vom Johr wo i di verlore ha, o mis Schätzeli!»